Wir feiern noch zu Hause - vorerst keine Gottesdienste in der Martinskirche

Liebe Gemeindeglieder,
Gottesdienste wieder aufnehmen – ja oder nein – das ist in diesen Tagen die große, weil schwierige Frage! Ich möchte Sie ein Stück an dem teilhaben lassen, was wir im Kirchengemeinderat besprochen und abgewogen haben.
 
Ministerpräsident Kretschmann hat in der vergangenen Woche die Wiederaufnahme von Gemeindegottesdiensten unter schärfsten Sicherheitsvorkehrungen ermöglicht.
 
Der Kirchengemeinderat Zainingen hat in seiner letzten Sitzung ausführlich das Für und Wider beraten.
 
Wir sehen mit dem Stand vom 4. Mai 2020 auf der einen Seite das Bedürfnis, wieder Gottesdienst zu feiern, möchten aber auf Grund der hohen Anforderungen keine übereilten Beschlüsse fassen. Auf der anderen Seite nehmen wir unsere Verantwortung wahr, dass möglichst niemand durch unsere Veranstaltungen an Leib und Leben zu Schaden kommt. Gottesdienst bedeutet für uns für unseren Ort zu beten, füreinander da zu sein und den Abstand zu wahren.
 
Deshalb bitten wir um Verständnis, dass wir als Leitungsgremium unserer Gemeinde in den nächsten Wochen noch Zeit benötigen. Bitte beten Sie weiter, dass die Infektionszahlen zurückgehen und dass unsere Politiker in ihrem schweren Amt gestärkt werden.
 
Damit Sie, liebe Gemeindeglieder, über die Rahmenbedingungen informiert sind, in welche Weise Gottesdienste gefeiert werden können, möchten wir klar machen, dass die Gottesdienste in der Zeit der Coronapandemie einen völlig anderen Charakter haben, wie wir sie gewohnt sind. Folgende Bedingungen müssten erfüllt sein:
 
1) Die Anzahl der Gottesdienstbesucher ist für die Zaininger Martinskirche begrenzt. Es stehen für Einzelbesucher/ Ehepaare 27 Plätze zur Verfügung. 27 Plätze bedeuten Einzelplätze, bzw. 54 Personen, weil Menschen, die in Hausgemeinschaft leben, beieinandersitzen können.
 
2) Die Sitzplätze in der Kirche sind mit einem Blatt markiert und nummeriert. Auf dem Platz liegen Zettel. Bitte vermerken Sie das Datum ihres Gottesdienstbesuches, die Nummer ihres Platzes und geben Sie den Zettel beim Verlassen der Kirche in die bereitgestellten Körbe ab. Nach vier Wochen werden die Zettel vernichtet.
 
3) Mit dieser Sitzordnung erfüllen wir das Abstandsgebot von immer zwei Metern bei bis zu zwei Personen. Bei Familien sollte jeweils eine Bank (Einzelsitz) freigelassen werden.
 
4) In der Kirche besteht bis auf weiteres Mundschutzplicht.
 
5) Der Zugang zur Kirche erfolgt über die geöffnete Türe im Haupteingang. Hier desinfizieren die Gottesdienstbesuchenden ihre Hände, bevor sie durch den freundlichen Ordnungsdienst die Sitzplätze angezeigt bekommen. Die Möglichkeit auf den angestammten Platz zu sitzen besteht nicht.
 
6) Die Empore ist für Gemeindeglieder gesperrt.
7) Im auf 35 Minuten begrenzten Gottesdienst werden keine Gemeindelieder mitgesungen. Stattdessen umrahmen Musikstücke die liturgischen Elemente.
 
8) Es gibt keine Gesangbücher
 
9) Bitte verlassen Sie die Kirche bankweise durch den Seitenausgang und den Ausgang neben dem Altar.
 
10) So schön es ist, nach dem Gottesdienst zusammen zu stehen. Im Rahmen des Infektionsschutzes bleibt dies bis auf weiteres nicht möglich.
 
 
Nehmen Sie doch gerne weiterhin die mit viel Engagement und Liebe bereitgestellten Audio- gottesdienste auf CD und die Blätter mit der Liturgie in Anspruch!
 
Vielleicht haben Sie schon beim Lesen dieser ganzen Einschränkungen die Augen lieber zugemacht und vielleicht ist Ihnen die Lust vergangen, unter diesen Umständen Gottesdienst zu feiern. Für den Kirchengemeinderat war maßgeblich, dass dadurch vor allem die Gemeinschaftserfahrung im Singen und Beten derart beschnitten wird, dass nicht mehr viel davon übrigbleibt.
 
Unsere Entscheidung gilt zunächst einmal bis Himmelfahrt. Zu gegebener Zeit wollen wir erneut beraten und Sie wissen lassen, wie wir hoffentlich bald wieder Gottesdienst feiern!
 
In unserem Albdistrikt werden Gottesdienste unter diesen Voraussetzungen z. B. in Laichingen und Heroldstatt gefeiert.
 
Wir freuen uns von Herzen, wenn wir wieder in verantwortbarer Weise miteinander Gottesdienst feiern können, und wir sehen diese Einschränkung als ein Zeichen des Vertrauens in Gott, der uns auch auf andere Weise dient, wie wir es gewohnt sind.
 
Für den Kirchengemeinderat,
 
Ihr Pfarrer Daniel Mangel